Cappuccina - Und sie?

Veröffentlicht: Sonntag, 04. November 2018

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Und sie? Sitzt einfach nur da.
Wenn ich mich trauen würde, würde ich sie jetzt gerne auf einen Capuccino einladen. Entscheide mich deshalb sie ab jetzt „Capuccina“ zu nennen. Am Nebentisch der inzwischen sehr gut besuchten Cafeteria ein pausenlos quatschender Österreicher, praktisch jeder Satz beinhaltet die Phrase „…gaaanz  läähssig“. Das wäre ich jetzt auch gern! Soll ich einfach zu ihr hingehen und sie auf einen Capuccio und eine Zigarette einladen?
Mich mit ihr freundlich unterhalten? In meinem Alter? Und… warum mach ich`s eigentlich nicht? Angst davor „falsch verstanden zu werden“ und einen Korb zu kriegen? Was denkt die inzwischen gefüllte Café-Terrasse, wenn ich jetzt einfach aufstehe, die 10 bis 15 Meter zu ihr hin gehe und sie anspreche?

Wenn Capuccina mir eine Absage erteilen würde und ich allein zu meinem Tisch spießruten müsste? Ich hör sie schon: “Was erlaubt sich der alte Bock?“ „So ein unverschämter Macho“ und „Die hat ihn aber sauber ablaufen lassen“.


Und was reden die erst, wenn sie mitkäme. „ Was ist denn das für eine? Geht gleich mit dem erstbesten Typen mit!“ und „so eine Schlampe!“.
Verdammte Erziehungsketten die da durch mein Denken rasseln! Kann mir doch eigentlich völlig egal sein, was die da alle reden könnten! In mir: Ali versus Frazier - ein wilder, bisweilen ruppig-harter Schlagabtausch …soll ich…soll ich nicht? Alle Argumente werden in meinem Hirn-Ring schmerzvoll ausgetauscht. Ende leider unentschieden: ich bin einfach zu feige. Cappuccina und Hund  sitzen noch immer bewegungslos da. Und ich? Zahle und gehe… addio Capuccina!!

 

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