Cappuccina

Veröffentlicht: Sonntag, 04. November 2018

Scappato! Abseits vom Massengeschlurfe rund um San Marco und der Kanalüberspannerin am Rialto weht es mich durch sinistre Gassencanyons, labyrinthig und sinnlich durch die Gerüche Venedigs.

Scappato! Abseits vom Massengeschlurfe rund um San Marco und der Kanalüberspannerin am Rialto weht es mich durch sinistre Gassencanyons, labyrinthig und sinnlich durch die Gerüche Venedigs. Hier modert es bruchbudig- feucht, dort hat sich der Duft von frischer Tomaten-Basilikum- Sauce energisch an altem Gemäuer festgekrallt. Ich wundere mich über die Gleichförmigkeit der braunroten, in ganz Venedig- vielleicht seit der Hunnenzeit?- angemalten Hausnummern. Diese scheinen überall, fernab aller Zeiten, geradezu zaubrisch gleich geblieben zu sein. Dunkle Gassen, kleine Brücken mit bedeutungsvollen Namen wie“Ponte Paradiso“. Na ja…bescheiden waren die Veneziani noch nie. Plötzlich spuckt mich eine Calle auf einen sich schlundartig öffnenden Campo, rüpelt mich, beidarmig stoßend, ins grelle Tageslicht. Vor mir protzt sich ein Riesenkerl auf: Nicolo Tommaseo. Noch fast lichtblind entziffere ich meine Ankunft am Campo San Stefano. An die roten und gelben Palastfassaden der umgebenden Patrizierhäuser brandet, luce alta, das einflutende Sonnenlicht, eine tiefe, selbstherrliche Ruhe, wie nach einem Sturm, lastet federleicht auf dem ganzen Platz. Von istrischem Marmor wie mit einer blendenden Brandungsgischt strahlend zurückgeworfen.

 

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Zünftig sterben und fröhlich auferstehen

Veröffentlicht: Montag, 09. Dezember 2013

StudienreisenEine Lehre fürs Leben in Latium
und Umbrien

Eine „Gebrauchsanweisung“ für eine Wiederauferstehung - gibt es eine solche? Und wie soll und könnte diese aussehen? Ein gutes Beispiel hierfür gibt es tatsächlich! Wie zünftig gestorben bzw. „hinüber“ gegangen wird und man fröhlich zurückkehrt kann man in Italien - wo sonst - lernen. Noch immer gibt es in diesem in den Köpfen  von Urlaubern vor allem  mit  Pizza, Nudeln, „ O sole mio“ und Massentourismus verankerten Land unglaubliche Dinge zu entdecken.  Zum Beispiel  nordwestlich vom Flughafen Rom, in der vergleichbar nur  wenig bereisten Region Latium und im benachbarten Umbrien. In einer guten Stunde reist man bequem mit dem Mietwagen durch rund  2500 Jahre Zeit und findet sich tatsächlich in  einem Crashkurs für das ewige Leben, für das „Gehen“ und „Zurückkommen“ wieder, kann mühelos, ganz ohne Scharlatanerie mit offenen Augen zwischen diesen Welten wandern und  die Annehmlichkeiten beider mit tiefen, erfrischenden  Atemzügen genießen.

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Acht

Veröffentlicht: Dienstag, 20. August 2013

Reflexionen über einen Besuch in Apulien.

Das Oktagon des Staufers Friedrich Zwo! Alles in 8. Also unendlich. Unendlich heißt nicht sterblich. Nicht sterblich sein bedeutet den Tod überwinden. Deshalb trotzt das Stauferschloss mitten in der Welt der Lebenden, der Diesseitigen, wie eine schier unangreifbare Festung- niemand der nicht willkommen ist, kann Einlass finden. Sollte damit die Frage der Unsterblichkeit beantwortet werden? Und das in einer Zeit, wo der Glaube, die kirchliche Lehre noch so eine Autorität war, dass der Mensch selbst das, was er seiner Vernunft nach als absurd erkannte, dennoch dachte glauben zu können oder besser: zu müssen?

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Den Nabel der Welt entdeckt?

Veröffentlicht: Mittwoch, 14. August 2013

Rätselhafte Heiligtümer in der östlichen Türkei.

Die Wiege stand im Orient. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Aber wo? Und wann? Im diesbezüglich gerne zitierten Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris zumindest nicht - die frühesten mesopotamischen Kulturen liegen „erst“ 6500 Jahre zurück. Die kretischen Minoer können nur mit eher bescheidenen 3 vorchristlichen Jahrtausenden glänzen, das alte Ägypten der Pyramidenzeit und die Hethiter sogar mit noch weniger. Und Jericho mit seinen dicken aber schmucklosen Mauern? Schon besser… ist immerhin rund 10.000 Jahre her! Aber auch diese stolze Zahl an Jahrtausen-
den reicht inzwischen nicht mehr aus um Spitzenreiter im Anspruch auf die Wiege menschlicher Hochkultur zu sein.  

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