Eine Insel mit zwei Schrauben - Cruise to nowhere

Veröffentlicht: Freitag, 17. November 2017

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Cruise to nowhere…?

Zukünftig wird sich die Situation durch den enormen Tonnagezuwachs weiter zuspitzen und es ist durchaus vorstellbar, dass die Schiffe nur noch einen oder zwei Häfen, nämlich den Einschiffungs- und Ausschiffungshafen pro Reise anlaufen werden und dazwischen nichts mehr. Dies würde bedeuten, dass die schwimmende Destination langsam vor sich im besten Sinne des Wortes „ins Blaue“ dahintreibt – es ist ja alles an Bord vorhanden, was der Urlauber benötigt! Eventuell könnte noch eine Privatinsel oder eine Privatbucht der Reederei unter dem Motto „Ein Tag am Strand“ in den Routenverlauf integriert und dem Gast wieder gegen einen hohen Preis verkauft werden. Die kaufmännische Gleichung der großen Reedereien wird vermutlich lauten: Verlust der Erträge aus dem bisherigen, traditionellen Ausflugsverkauf minus ersparte Hafenkosten minus ersparte Lotsenkosten minus ersparte Treibstoffkosten. Sobald hier ein Ausgleich gefunden ist, wird der letzte Schritt vom Kreuzfahrtschiff zum schwimmenden Urlaubsort vollzogen werden. Vermutlich ist es auch nicht auszuschließen, dass sich die großen Reedereikonzerne logistisch günstig gelegene Häfen kurzerhand kaufen, um dadurch Wettbewerbsvorteile zu erlangen.

 

…oder anywhere!

Aber auch im sog. Präferenzsegment ist ein Bauboom zu verzeichnen! Aktuell stehen bereits über 20 Schiffe als Neubauten in den  Auftragsbüchern der Werften. Mit der Realisierung weiterer Bauoptionen kann fest gerechnet werden. Diese Schiffe, mit einer Kapazität zwischen 200 bis 500 Betten,  können ausnahmslos dem Luxussegment zugeordnet werden.  Insbesondere im Segment der Expeditionskreuzfahrten zu außergewöhnlichen, weltweiten Destinationen zu Tagespreisen in Höhe von EUR 500 und mehr wird sich für ein wohlhabendes/gut verdienendes Klientel eine neue, attraktive Angebotsvielfalt ergeben. Mit teilweise abenteuerähnlichen Routenverläufen und einem außergewöhnlichen Serviceniveau werden den Gästen individuelle Reiseerlebnisse geboten.

 

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Über den Autor:
Alexander Möbius war über 30 Jahre in verschiedenen Führungspositionen in der Kreuzfahrt- und Reiseveranstalterbranche tätig und lehrt seit 2010 mit den Schwerpunkten Kreuzfahrten Management, Unternehmensführung und Reiseveranstalter Management als Lehrkraft für besondere Aufgaben/ Adjunct Professor an der Hochschule München, Fakultät Tourismus.



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