Eine Insel mit zwei Schrauben

Veröffentlicht: Freitag, 17. November 2017

Zukunftsperspektiven der Kreuzfahrt

Dramatische Veränderungen und ein äußerst progressives Marktwachstum im europäischen Markt prägen die Urlaubsreise und die Entwicklung der beliebtesten Destinationen. Die klassischen Badeziele für den Pauschalurlauber sind weitestgehend erschlossen, zusätzlich kommen neue Quellmärkte, wie der russische hinzu, weitere wie die asiatischen werden ebenfalls weiter expandieren. Für den Pauschalurlauber wichtige Urlaubszielländer wie Ägypten, Tunesien vor allem aber die Türkei haben durch politische Einflüsse stark an Anziehungskraft verloren, und es steht zu befürchten, dass dies noch einige Zeit andauern wird. In den großen Urlaubsdestinationen entwickelt sich seit Jahren zunehmender Widerstand der Bevölkerung gegen diese Lebensart und Lebensraum für die Einheimischen verschlingenden Urlauberströme. Immer mehr und immer schneller dominiert die Geldgier des Tourismusgeschäfts. So haben Inseln wie Santorin, Mykonos, sogar das Großziel Mallorca vermutlich ohne es zu ahnen bereits die letzte Phase ihres touristischen Lebenszyklus´ erreicht. In Großdestinationen wie z.B. Mallorca verabschiedet man inzwischen, ähnlich wie bei der aktuellen Migrationswelle, Gesetze die eine „Obergrenze“ von Touristen vorsehen um den hinterlassenen Müllbergen und dem Wassernotstand zu begegnen. Die neuen gigantischen Kreuzfahrtschiffe erbrechen zudem tausende Tagesausflügler in die Innenstädte, die sich zur Verzweiflung der Einheimischen z. B. durch die engen Gassen Venedigs und Dubrovniks drängen, die Ramblas von Barcelona fluten oder sich stundenlang, zunehmend aggressiver werdend, vor den kultur-touristischen Highlights wie der Sixtinischen Kapelle, der Akropolis oder dem Louvre stauen.

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Ans Ende der Welt

Veröffentlicht: Donnerstag, 16. März 2017

Eine Reise für Globetrotter

Sofort ersterben die Gespräche auf dem Achterdeck und vereinen sich zu einem internationalen, langgezogen-erregten, runden „ohhhh“….. In der Sprachdeutung der Expeditionskreuzfahrer bedeutet dies: Wal in Sicht! Irgendwie meint man, den Mastausguck des Hollywood-Walfängers Pequod zu hören: „Wal, da bläst er!“ Alle Reisenden haben inzwischen die Kameras gezückt und geben ihr Bestes, die vielen Blase der gemächlich passierenden Walfamilie irgendwie auf die Festplatten zu bannen und ein seltsam andächtiges Gefühl macht sich beim Anblick der Riesen breit. Dabei sind Wale in knapp 54 Grad südlicher Breite gar keine Seltenheit. Gott sei Dank haben die Käpt`n Ahabs und ihre grausamen Mitstreiter und Nachfolger  doch nicht ganze Arbeit geleistet.

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Die Freiheit der Meere...

Veröffentlicht: Dienstag, 20. August 2013

...oder nachhaltige Expansionsstrategien der Kreuzfahrtindustrie.

Dies also soll die Freiheit der Meere sein: gut drei Fußballfelder lang, rund 70 Meter hoch, eine schneeweiße Wand, scheinbar aus identischen Containern an der Pier fest vertäut. Erst bei genauerem Hinsehen wird anstatt der gewaltigen Containerstapel ein Puzzle aus unzähligen Balkonen erkennbar, das sich letztlich zum Gesamtbild eines modernen Kreuzfahrtenschiffes zusammenfügt: MS LIBERTY OF THE SEAS. Bis zu knapp 4.500 Passagiere finden auf der 16 Decks hohen Riesin Platz. Der uramerikanische Schiffseigner ROYAL CARIBBEAN CORPORATION ist der zweitgrößte der Welt und erwirtschaftet mit den 22 Schiffen seiner auf den Massentourismus ausgerichteten Flotte der Marke ROYAL CARIBBEAN CRUISES in 2012 insgesamt ca. 6 Mrd. Dollar Umsatz p.a. weltweit. Die Potentiale der außeramerikanischen Märkte hat man dabei erst vor knapp 15 Jahren ernsthaft ins Auge gefasst, in 2013 werden aber mit den Mega-Schiffen für die europäischen Quellmärkte bereits 107 Abfahrten ab europäischen Häfen angeboten.

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Creating values auf hoher See

Veröffentlicht: Donnerstag, 08. August 2013

Wie Großreedereien Erträge scheffeln.

„Wenn ein Gast am Ende einer Reise seine Fahrt zum Flughafen mit dem Taxi selbst bezahlen kann, haben wir schlecht gearbeitet!“ sagt Micky Arison, der Eigner und General Manager des weltgrößten Kreuzfahrtenkonzerns CARNIVAL CORPORATION (Weltmarktanteil knapp 50%). Und damit ist der Kern der Unternehmensphilosophie und das Geschäftssystem der sog. „modernen“ Kreuzfahrten mit Megalinern schon recht genau umrissen. „Kreuzfahrten sind ein unbedeutender Nischenmarkt und außerdem wird da aufgrund der vielen Rabatte kein Geld verdient“. Meinte ein vermeintlicher Brancheninsider, warum auch immer, kürzlich feststellen zu müssen. Und irrte/irrt mit dieser ziemlich „exclusiven“ Meinung grundlegend. 

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Light my Fire

Veröffentlicht: Donnerstag, 08. August 2013

Wie man auf hoher See wieder jung wird.....

SPLENDOUR of the Seas, Schooner Bar, irgendwo vor der peloponnesischen Küste. Nach dem Abendessen noch ein gemeinsames Bier und dann ins Bett. So das Vorhaben. Die gemütlichste Bar des Schiffes ist fast leer. Doch dann setzt sich ein offensichtlich asiatisch abstämmiger Kerl ans Piano- oder ein indiogesichtigter Mittelamerikaner? Wer kann das schon genau unterscheiden. „Hi folks“ und den ganzen aufgesetzten amerikanischen Mist. „How you are doin“- jaja…ich trink das Bier ja gleich aus und dann bin ich weg. Will a) die Umarmungen der Nereiden des nächtlichen Meeres auf meinen ruhigen Balkon einatmen und b) zusehen wie der milchige Mond, beladen mit meinen verlorenen Träumen, über den nachtschwarzen Himmel zehenspitzt. „I haven`t prepared anything for tonight- you tell me, I play“. Logisch sagt er das immer. Und fängt- ojeh- mit “ Besame mucho” an. Jemand ruft „Twist and Shout“. Macht er. Das reicht für ein zweites Bier. Direkt am Flügel eine Reihe Barhocker, zwei davon nehmen meine Begleitung und ich jetzt ein.

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